nicolasflessa
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hunde
(2010)
oh ja
wieder einmal
zwischen mich und das wort ist das süße leben geraten
wieder einmal
das süße leben
das immer wieder wie ein ausweg vor mir auf der lichtung erscheint
und das doch immer tiefer in den wald hinein führt
es gibt keinen ausweg
es gibt lichtungen und blicke in die sonne und kleine spatzen auf deiner hand
aber es gibt nichts als den weg hinein
mein wort steht bereit
ich brauche meinen blick nur zu senken
da streife ich ihn schon
meinen willigen blindenhund
er würde es niemals über sich bringen
von meiner seite zu weichen
er hat den auftrag
mich von der mitte an den rand zu führen
den weg zurück finde ich verlässlich von allein
es ist sehr einfach    
alles was dir leicht fällt
führt dich dorthin
wo kein licht mehr zu sehen ist
der weg nach draußen geht immer gegen den strich
ich habe mir ein lebkuchenhaus gebacken
darin wohnen freunde von früher
sie halten die lichtung für das ende meiner reise
sie sind so glücklich darüber
dass ich ihnen glauben schenke
für einen frühling, einen sommer lang
bis mein blick
bis ich wieder
bis es winter wird in mir
meine worte sind schlittenhunde
sie frieren nie
im gegenteil
sie haben ein natürliches talent für das eis
keiner ihrer schritte lässt sich voraussagen
nur dass ich wieder halten werde
das weiß ich schon heute
es braucht zu viel kraft an den rand
es braucht
mehr als einen winter
mich zieht es in den süden
der süden ist feucht
im winter schmeckt er nach zimt
wie sonst sollten wir lächeln in der nacht
wer raubtiere vor seinen schlitten spannt
kommt schneller voran
für viele von ihnen ist der wald zu dicht, zu klein
ich trauere nicht um sie
ich pflücke einen strauß von worten
und decke sie mit meinen sätzen zu
es gibt sie überall am straßenrand
nicht halten bei den kalten
heißt ein altes sprichwort
gegen die einsamkeit
sie ist ansteckender als die lebra
meinen hunden
schmeckt sie